Devisenkommentar

Devisenkommentar

Der Devisenkommentar wird regelmässig publiziert und umfasst unsere Markteinschätzung für die sechs wichtigsten Währungspaare.

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Wichtige Hinweise

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass sich die nachstehenden Deviseneinschätzungen ausschliesslich an Personen mit Domizil Schweiz richten. Zudem bitten wir den Leser stets folgende Informationen zur Kenntnis zu nehmen:

Erstellungsdatum: 17. Januar 2020

EUR/USD 1,1140

 

Weiterhin in einem engen Range bewegt sich der EUR/USD schon die ganze Woche. Seit Tagen kommt der EUR/USD nicht vom Fleck und steht aktuell bei 1,1140. Zum Wochenausklang dürften die Marktteilnehmer vor allem auf neue Konjunkturdaten aus den USA blicken. Aus der Datenreihe stechen Produktionszahlen aus der Industrie und die Verbraucherstimmung der Uni Michigan hervor. Im Euroraum werden Inflationsdaten erwartet. Es handelt sich um eine zweite Schätzung. In einer ersten Erhebung war ein spürbarer Inflationsanstieg ermittelt worden, wenn auch von eher niedrigem Niveau aus. Die technischen Indikatoren haben auf negativ gedreht, mit Kursziel 1,1080 (wichtiger Unterstützungspunkt). Mit einem Durchbruch oben bei 1,1140 erwarten wir eine Bewegung bis auf 1,1180. Trading-Range: 1,1080 – 1,1180.

Widerstände

1,1150

1,1180
Unterstützungen 1,1080 1,1050
EUR/CHF 1,0750

Unverändert gegenüber gestern Abend, aktuell bei 1,0750, zeigt sich heute der Euro gegenüber dem Schweizer Franken, nachdem es gestern Vormittag noch auf ein Neues (Mehr)jahrestief bei 1,0733 abgesackt war. Als Gründe für die aktuelle Frankenstärke nennen Händler die politischen Unsicherheiten, weshalb der Franken als "sicherer Hafen" gefragt sei. Als weitere Ursachen gelten Spekulationen: Weil die USA die Schweiz als möglichen Währungsmanipulator sehen, seien der Nationalbank zunehmend die Hände gebunden, lautet deren These. Die technischen Indikatoren zeigen weiterhin nach unten und dürften erst bei einem Durchbruch bei 1,0920 auf positiv drehen und höhere Kurse bis auf 1,1000 avisieren. Unten sehen wir Unterstützungen neu bei 1,0740 und 1,0720. Trading-Range: 1,0720– 1,0820.

Widerstände

1,0780

1,0820

Unterstützungen 1,0740 1,0720
USD/CHF 0,9650

Der starke Schweizer Franken macht sich auch gegenüber dem US-Dollar weiterhin bemerkbar. Der Kurs des USD/CHF seht aktuell bei 0,9650 und damit auf gleichem Niveau wie gestern. Die technischen Indikatoren zeigen weiterhin nach unten (mit Kursziele bei 0,9620 und 0,9590). Oben sehen wir Widerstände vorerst bei 0,9750 und 0,9790. Trading-Range: 0,9590– 0,9750.

Widerstände

0,9700

0,9750
Unterstützungen 0,9620 0,9590
USD/JPY 110,20

Knapp über der 110-Marke zeigt sich heute Morgen der USD/JPY, aktuell bei 110,20. Der japanische Yen gilt weiterhin (wie auch der Schweizer Franken) als vermeintlich sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Die technischen Indikatoren zeigen nach unten mit Kurszielen von 109,40 und 108,80. Oben sehen wir Korrekturen bis auf 110,50 und 111,00. Trading-Range: 109,40– 110,50.
Widerstände

110,50

111,00
Unterstützungen

109,50

108,80

GBP/USD 1,3030

Abwärtstrend beim Pfund könnte langsam vorüber sein. Erste Reaktion in Richtung 1,3100 hat es gestern beim Cable gegeben, aktuell steht der Kurs bei 1,3080. Das britische Pfund hat in den vergangenen Jahren unter dem Hin und Her beim Brexit gelitten. Doch dieses Thema dürfte in Zukunft abgehakt sein (siehe Bericht unten). Die technischen Indikatoren dürften erst bei einem Durchbruch oben bei 1,3100 drehen und höhere Kurse avisieren. Wichtiger Widerstand oben bleibt weiterhin bei 1,3200. Trading-Range: 1,2900 – 1,3200.

Widerstände 1,3050 1,3100
Unterstützungen

1,2950

1,2900

Erholung im Pfund wird erwartet - Brexit abgehackt?

Das britische Pfund war am Montag unter Druck geraten, nachdem Wirtschaftsdaten aus dem Vereinigten Königreich schlechter ausgefallen sind als erwartet. Auch die Produktion des verarbeitenden Gewerbes und die Aktivität im Dienstleistungssektor nahmen ab und sorgten zusammen mit den übrigen Daten dafür, dass das Cable unter die Marke von 1,3000 US-Dollar rutschte und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende Dezember fiel. Auch wenn die enttäuschenden Wirtschaftsdaten noch unter dem Eindruck der Parlamentswahlen im Dezember und der damit verbundenen hohen Unsicherheit rund um den Brexit-Kurs gestanden haben dürften - die durch den klaren Sieg von Boris Johnson mittlerweile so niedrig sind wie schon seit Jahren nicht mehr - machen sie doch eines deutlich: Das britische Pfund wird bei seiner Entwicklung in diesem Jahr stark von der britischen Konjunktur abhängig sein - und weniger von Nachrichten rund um den Brexit.

Erstarken der britischen Währung erwartet

Während vor allem das überraschend schlechte BIP nun die Spekulationen um eine Zinssenkung der britischen Notenbank angeheizt hat, setzten die beiden Experten von HSBC und Nomura in der vergangenen Woche eher auf ein Stillhalten der Notenbank. Nomura-Analyst Rochester wies zwar laut "CNBC" auf die zuletzt düsteren Daten zum Wirtschaftswachstum hin, argumentierte jedoch, dass es Anzeichen einer Erholung bei den Industrieaufträgen und der globalen Wirtschaft gebe. "Die Beseitigung des Risikos eines harten Brexits, die allgemein erwartete expansive Finanzpolitik, die gesunkenen Handelsspannungen zwischen den USA und China und eine weltweite Erholung bei den Wirtschaftsdaten lassen vermuten, dass die Bank of England stillhalten wird", so Rochester laut dem US-Nachrichtenportal. Vor allem der Haushalt der britischen Regierung, der im März verabschiedet werden soll, könne zudem das Pfund stützen und bis auf 1,3600 US-Dollar steigen lassen. Auch HSBC-Experte Dominic Bunning gab sich optimistisch für das britische Pfund. Die Währung sei immer noch billig und könne in diesem Jahr bis auf 1,4500 US-Dollar steigen - wenn alle Faktoren stimmen. Konkret nannte er dabei eine Verbesserung des Verbrauchervertrauens und des Unternehmensvertrauens sowie den britischen Haushalt und die Regierungsausgaben.

Brexit abgehakt? - Andere Experten widersprechen

Es sind allerdings nicht alle Analysten der Meinung, dass der Brexit für die britische Währung bereits abgehakt ist. Analysten von Berenberg wiesen am Montag laut "CNBC" darauf hin, dass das Pfund Sterling in Relation zu den Fundamentaldaten immer noch schwach sei und nannten anhaltende Unsicherheiten rund um die bevorstehenden Verhandlungen mit der EU über die künftigen Beziehungen als Grund. Der britische Premierminister Boris Johnson hat durchgesetzt, dass die Gespräche nur bis Ende 2020 laufen dürfen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hält es jedoch für "praktisch unmöglich", dass die Verhandlungen bis dahin abgeschlossen sein werden. Eine Verlängerung wäre zwar möglich, wird von Johnson jedoch kategorisch ausgeschlossen.
Doch trotz anhaltender Brexit-Unsicherheit sieht auch Berenberg Aufwärtspotenzial für das britische Pfund. Bedingt durch eine Schwäche des US-Dollars könne die britische Währung bis Ende 2020 auf 1,3800 US-Dollar steigen, so die Analysten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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